Wählen Sie bitte eine Kategorie aus
München

Newsletter

Ab sofort gibt einen Newsletter in unserer Münchner Einrichtung Marie-Anne-Claus.

Einführung des Bike-Labyrinths im Seniorenzentrum „Marie-Anne Clauss“
Am 09.10.2024 wurde das Bike Labyrinth nun an unsere Einrichtung geliefert. Die Leitung der Betreuung und Hausinterne Tagesbetreuung wurden sogleich als Multiplikatoren geschult.
In der folgenden Woche wurde das Gerät auf allen Stationen im „Marie-Anne Clauss“ den Bewohnenden vorgestellt und jeweils für einen Tag im Foyer der Stockwerke abwechselnd aufgestellt und ausprobiert.
Erste Annahme durch die Bewohnenden
Die Vorstellung des Bike Labyrinths erfolgte schrittweise in der ersten Woche, beginnend auf dem ersten Stockwerk, im zweiten Stockwerk und dritten an den Folgetagen sowie im Erdgeschoss im Beschützenden Bereich nach entsprechender Unterweisung der dem Bereich zugeordneten Betreuungskraft in der Woche darauf.
Die erste Annahme durch die Bewohnenden verlief sehr gut. Einige Bewohner waren noch zögerlich, aus Angst etwas falsch zu machen, aber die Neugier siegte und unter Anleitung konnten viele Bewohner motiviert werden. Ein paar Bewohnerinnen konnten sich an das Gerät noch erinnern von der Probevorstellung im Februar und waren sofort begeistert dabei.
Es wurden schon in der ersten Woche viele verschiedene Strecken durch München, Augsburg, Passau, Bremen, Hamburg radelnd erkundet. Einige radelten virtuell durch ihnen bekannte Heimatorte, aber auch internationale Orte, die an frühere Urlaubstage erinnerten, wurden virtuell besucht, z.B. Spanien, Italien oder Amerika. Für jeden fand sich eine passende Route.
Eine Bewohnerin „flog“ sogar über die Berge auf einer Naturroute, während sie trainierte oder fuhr unter Wasser und erkundete den Ozean. Andere wiederum entspannten sich auf einer virtuellen Radtour durch den Wald.
Das installierte Spiel, bei dem Orte erraten werden müssen, wurde ebenso mit viel Spaß getestet und diente zugleich als spielerisches kognitives Training. Andere Ehrgeizige widerum testeten gleich die Leistungsfähigkeit des Gerätes selbst, da sie früher schon viel Rad gefahren sind und diesen Sport oft vermissen.
Bereits nach dieser Einführungswoche zeigte sich ein hohes Maß an Interesse bei den Bewohnern und Bewohnerinnen. Es bildeten sich teilweise kleine Gruppen am Gerät, sozusagen in „Warteschlange“, die den Benutzern einfach auch zuschauten, bis sie selbst an die Reihe kamen.
Eine Bewohnerin sagte ganz treffend: „Jetzt kann ich im Warmen sitzen und gleichzeitig eine Stadtrundfahrt machen. Ich komme ja so nicht mehr in die Stadt rein und jetzt kann ich das nochmal wiedersehen.“
Das Wiedersehen bekannter Orte, Straßen, Plätze, Einkaufsstraßen machte allen Spaß, aber auch das neu Entdecken von Orten, die unsere Senioren nicht mehr selbst bereisen können, ist ein großer Gewinn für viele.
Da das Gerät leicht zu bedienen ist, kann ein großer Teil der Bewohner das Programm weitestgehend selbstständig durchführen und wird „nur“ begleitet dabei, andere mit mehr Einschränkungen werden unterstützt bei der Benutzung.
Förderung der Bewegung und Freude an Bewegung
Wir haben natürlich so manchen „Bewegungsmuffel“ in unserer Einrichtung und es ist teilweise schwer, diese zu regelmäßigem aktiven Training zu motivieren.
Gerade diese Senioren werden damit gut erreicht. Es zeigt sich immer wieder, dass sie durch das Konzentrieren auf das virtuelle Erleben bekannter oder auch neuer Orte von Interesse am Bildschirm, das gleichzeitige körperliche Trainieren gar nicht „bemerken“ und es praktisch nebenbei absolvieren. 
Alles lässt sich gut einstellen an dem Gerät, so dass die individuellen Bedürfnisse beachtet werden können. Auch Bewohnerinnen, die eingeschränkt sind z.B. durch Hemiparesen, konnten schon vom Gerät überzeugt werden, als sie sahen, dass sie sozusagen trainiert werden.   
Die Trainingsmaßnahmen mit dem Bike Labyrinth wurden nun kombiniert mit dem Angebot einer Kollegin aus dem Bereich der Sporttherapie, die einmal wöchentlich sporttherapeutische Gruppen- und Einzelbetreuungen anbietet. Das Bike Labyrinth, welches nun praktisch immer verfügbar ist für die Bewohner, ergänzt auf sanfte und spielerische Weise das körperlich sehr fordernde Training mit der Sporttherapeutin.
Die ersten Erfolge sind spür- und sichtbar. Die Bewohner, die bereits regelmäßig trainieren, haben schon nach wenigen Wochen ein deutlich geringeres Risiko zu stürzen, sie bewegen sich gerne und führen das Training fort.  
Einbindung des Bike Labyrinths als Maßnahme der Betreuung
Bereits nach zwei Monaten ist das Bike Labyrinth eine fest eingeplante Maßnahme im wöchentlichen Beschäftigungsplan der Betreuung. Das mobile Gerät wird abwechselnd auf den Stationen für mindestens einen Tag pro Woche zum Bewegungstraining verwendet. Auch stationsübergreifend nehmen Bewohner das Angebot wahr.
Die Teilnehmer sind dabei bunt gemischt, von körperlich und geistig noch recht fitten Senioren über Bewohner mit körperlichen Einschränkungen in der Mobilität bis hin zu Bewohnern, die durch dementielle Erkrankungen eingeschränkt sind.
Bei einigen dient es dem Krafttraining, bei anderen die Koordination als gute Basis der Sturzprophylaxe. Für alle Benutzer ist es ebenso eine spielerische Variante für Gedächtnistraining und Konzentration. Aus manchen Trainingseinheiten entwickeln sich biografische Gespräche fast nebenbei.  
Alle Mitarbeiter des Betreuungsteams wurden geschult in der Verwendung des Gerätes und setzen es selbstständig regelmäßig nach Plan auf allen Bereichen ein.
Geplant ist des Weiteren im Sinne eines Projektes einer Pflegefachkraft im beschützenden Bereich die längerfristige Wirkung dieser Maßnahme zu erfassen und zu evaluieren.
Im Gesamtergebnis zeigt sich bereits nach dieser ersten Phase, dass das Gerät einen großen Mehrgewinn an Lebensqualität für die Bewohnenden darstellt. Sie trainieren gern, mit mehr Regelmäßigkeit und haben auf jeden Fall einen Spaß dabei, der mit einem konventionellen Sporttraining nicht immer erreicht werden kann.
  • slide
  • slide
  • slide
  • slide
  • slide
  • slide